Schnelles Kimchi – gut gegen Heim(Fern-)weh

Als wir nach Korea gezogen sind, hatte ich von der dortigen Küche keine Ahnung. Scharf und viel Knoblauch  hatte ich gehört, soweit nicht schlecht. Aber ich hatte ja keine Ahnung, was die dort unter scharf verstehen. Ich hab lange gebraucht, um heraus zu bekommen, wo auf der koreansichen Speisekarte „die Steine liegen“, sprich: was denn da nicht wie der siebte Kreis von Dantes Inferno schmeckt. Und noch mal länger hab ich gebraucht, um dieser Hölle auf dem Teller auch noch was abzugewinnen. Vor allem Kimchi fand ich schwer gewöhnungsbedürftig. Fermentierter Kohl, irre scharf, manchmal fischig, und bei 8 von 10 Mahlzeiten per default dabei. Ich hab ihn immer probiert (man muss dem Kind ja mit gutem Beispiel vorangehen), aber meistens fand ich ihn widerlich.

Ungefähr nach sechs Monate war es, als mir eine grinsende koreanische Ajuma unaufgefordert eine zweite Portion Kimchi brachte – ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich den Teller leergefuttert hatte. Dieses Grinsen war sowas wie die zweite, echte Ankunft in Korea.

Zurück in Berlin ist der der Kimchi knapp. Und guter Kimchi noch knapper. Zwar liebäugle ich schon eine Weile damit, ein Tontöpfchen auf dem Balkon anzusetzen, aber ich trau mich nicht.

Aber jetzt hab ich eine gute Lösung gefunden, mit der ich Zeiten zwischen den Besuchen im Lieblings-Asialaden überbrücken kann. Eine Kimchi-Variante, die wie ein Salat sofort verzehrfertig ist, die man aber auch über mehrere Tage gut im Kühlschrank aufbewahren kann.

Dazu braucht man einen Kopf Chinakohl, aus dem man den Strunk entfernt, dann gründlich waschen, abtropfen lassen und in mundgerechte Stücke (ca. 5 cm) schneiden. Mit gut 2 Esslöffel Salz mischen und gut zwei Stunden beiseite stellen. Danach die entstandene Flüssigkeit abgießen, eventuell den Kohl etwas abspülen, um das Salz zu reduzieren.

Sodann den Kohl mit zwei Esslöffeln fein gehackten Frühlingszwiebeln, einem Esslöffel Knoblauch und einem guten Teelöffel geschredderten Ingwer mischen.

In einem Paralleluniversum zwei süßsaure Äpfel grob raspeln und mit einem guten Teelöffel Chilipulver (die ganz harten nehmen gerne mehr) und einem Esslöffel Sojasoße mischen. Zum Kohl geben. In einem letzten Schritt einen Teelöffel Sesamöl, einen Teelöffel Zucker, eine Prise Salz und eine Prise Pfeffer sowie einen Telöffel geröstet Sesamkörner mischen und zum Rest der Ursuppe geben. Gründlich mischen.

Schmeckt eigentlich sofort, gewinnt aber nach meiner Meinung noch, wenn es ein paar Stunden im Kühlschrank zieht.

Bei empfindlichen Familienmitgliedern empfiehlt sich ein luftdicht schließendes Behältnis. Guten Appetit!

 

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One Response to Schnelles Kimchi – gut gegen Heim(Fern-)weh

  1. Sabine Stevenson sagt:

    Zugegeben, man muss Kimchi schon mögen. Aber wenn man es mag, dann ist diese Variante eine gute Alternative. Ich kündige mich ja immer an, damit Frau Jugel was davon im Kühlschrank hat, wenn ich komme.

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