Das dreckige Dutzend

Bild: Historical Stock Photos

Also, ich bin nun wirklich nicht die Hausfrau vor dem Herrn. Und schon mal dreimal nicht, wenn es um das Thema putzen geht. Unvergessen ist das panische Zusammentrommeln aller Freundinnen, die nicht mindestens ein Meeting mit dem Chef vorzuweisen hatten, weil sich meine Oma kurzfristig angesagt hatte. Frau Jugel war eine davon und sie spricht immer noch mit mir, was für ihre Loyalität als Freundin spricht.

Trotzdem, wenn man Kinder hat, fängt man ganz von selbst an, sich über gewisse Dinge Gedanken zu machen. Und wenn man dann noch ein Blog wie dieses schreibt und im Frühling über gewisse Einträge mehr als nur stolpert, dann holt man den Putzlappen freiwillig raus. Und putzt auch die Dinge, die man gemeinhin gerne mal vergißt. Daher hier ein paar Vorschläge, für Leute, die entweder zuviel Zeit haben im Leben, die der Frühjahrsputzvirus erwischt oder die nach dem Lesen dieses Artikels keinen Schlaf mehr finden, bis sie nicht auch diese 12 Punkte abgearbeitet haben.

Disclaimer: Ich bin nicht der Meinung, dass ein Haushalt klinisch rein sein sollte, antibakterielle Putzmittel halte ich für schädlicher als dass sie nützen. Aber westlicher Hygienestandard ist schon nett.

1. Türgriffe. Jeder weiß, wie ekelhaft Türgriffe gerade an öffentlichen Toiletten sein können. Aber sie werden wahrscheinlich häufiger geputzt als der einer durchschnittlichen deutschen Wohnzimmertür.

2. Keyboards, Handys, Fernbedienungen. Alles was irgendwie eine Tastatur hat, auf der dauernd draufrumgetippelt wird. Computertastaturen sind nun schon bekannt und werden selbst bei mir häufig geputzt. Sogar über das Handy geh ich wegen des Displays ab und an mal drüber. Aber wann genau ich das letzte Mal meine Tastatur gereinigt habe…

3. Spülmaschine. Damit meine ich nicht das Innere, das man sieht. Aber die Ecken und Ränder und…..kurz, einmal drüberwischen an den Gummiflächen ist nicht vergebens.

4. Kühlschrank. Ich kenne Leute, die putzen ihren Kühlschrank wöchentlich. Das tue ich nicht. Wirklich nicht. das sind wahrscheinlich auch die Leute, die regelmäßig auf und unter und hinter selbigen putzen. Frei nach dem Motto: Nur weil man es nicht sieht, heißt es noch lange nicht, dass es da nicht dreckig ist. Für alle anderen: So zwei, drei Mal im Jahr ist das schon gut. Und wenn es für das eigene Gewissen ist.

5. Beine von Stühlen und Tischen. Wenn man Kinder und Ehemänner sein eigen nennt, die stocksteif auf dem Stuhl sitzen und nicht mit den Füßen an den Beinen der dauernd rumspielen, dann kann man diesen Punkt als erledigt betrachten. Alle anderen holen bitte den Lappen raus.

6. Staubsauger. So zwischendurch sollte der Auffangbehälter mal gereinigt werden, vor allem wenn es einer ohne Beutel ist. Mit Filter. Und allem. Und der darf noch nicht mal in die Spülmaschine. Yikes! Und die Bürsten nicht vergessen.

7. Mikrowelle. Unsere Mikrowelle ist täglich mehrmals in Gebrauch. Und gerade in den letzten Sekunden macht es schon mal „Puff“ und irgendwas ist mal wieder über den Gefäßrand explodiert. Und da reicht es nicht, nur mal eben die Glasplatte zu putzen. Da muss alles raus und das Ding einmal von oben bis unten geschrubbt werden. Vor allem wenn es kochende Butter war. So als Beispiel.

8. Fernsehschirm. Ich habe letztens festgestellt das HD noch viel besser kommt, wenn man so einmal die Woche den Bildschirm von Staub befreit. Wirklich. Ein völlig neues Seherlebnis.

9. Vordertür. Die Tage habe ich meinen Schlüssel vergessen, stand vor der Tür und hab gewartet, dass mir eines der Kinder die Tür aufmacht. Und gleich, nachdem sie das getan haben, hab ich das Putzzeug geholt. Das Problem war natürlich nicht innen sondern aussen angesiedelt, wo Wind, Wetter und ungeduldige kleine Kinder die Visitenkarte der Hausfrau schänden.

10. Sockelleisten. Sockelleisten saubermachen ist ein sehr undankbarer Job. Man kommt mit dem Wischer nicht dran, hängt auf Knien und einem Arm in Fugenhöhe und schrubbt sich einen Wolf, weil irgendwer den Teller mit der Tomatensosse hat fallen lassen und leider nur den Fußboden gewischt hat. Und das Gemeine – dreckige Sockelleisten lassen die ganze Küche schmuddelig wirken.

11. Lampen. Egal welche. Sie werden immer, immer, immer vergessen. Die Crux ist, die meisten von uns sehen es erst, wenn sich dieser dicke, gräuliche Schimmer auf dem Lampenschirm zeigt. Leider haben den dann andere meist auch schon gesehen.

12. Kreditkarten. Zugegeben, man kann sich auch anstellen. Aber wenn man sich mal überlegt, wem man alles so im Laufe seines Einkaufstages seine Karte gibt. Und weiß man, was all die Karten schon gesehen haben, die vor der eigenen im Schlitz waren?

Von daher, an die Putzlappen, die Damen und Herren! Und darüber nicht die offensichtlichen Stellen vergessen, sonst bringt das alles nichts.

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5 Responses to Das dreckige Dutzend

  1. Schäfchen sagt:

    Zu Punkt 11 – letztens im Schafstall:
    Voller Stolz, die Esszimmerlampen diesmal NICHT vergessen zu haben, halte ich die Glaslampe sachte mit der linken Hand und wische ebenso sachte mit der rechten Hand und dem darin befindlichen Mikrofasertuch über den Glaskorpus… und es gibt ein leises „KRRRK“.

    OK. Man sieht den Riss im Milchglas nur bei genauerem Hinsehen *hoff*. Aber ich muss zu IKEA. Dringend.

  2. BaB sagt:

    SIeht aus, als hätte da jemand ein tolles Wochenende gehabt.

  3. Sabine Stevenson sagt:

    Das bedeutet ja nicht, daß ich es gemacht habe – jedenfalls nicht alles:-)

  4. Sabine Stevenson sagt:

    Und IKEA hofft, daß Du sie besuchst:-)

  5. BaB sagt:

    Das hätte hier auch Verwirrung ausgelöst

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