Plötzlich Herbst – was im Garten getan werden sollte

Zumindest ist es seit dem Wochenende wieder recht schönes Wetter – perfekt, um sich um die letzten Dinge im Garten zu kümmern, bevor es anfängt so richtig üsselig zu werden. So ein paar Dinge sollte man, auch wenn man einen nicht wirklich durchgestylten Garten hat, doch schon tun, damit man im nächsten Frühjahr nicht vor einer Unmenge Arbeit steht.

Noch mal Rasen mähen
Wir haben das einmal schleifen lassen, lies: Wir waren zu faul. Genau in dem Jahr bekamen wir einen sehr harten Winter und der Rasen hat sich davon sehr, sehr, sehr langsam wieder erholt. Also: Rasen nochmal schneiden, aber nicht zu kurz. Und aus Erfahrung: Im Zweifel lieber noch mal schneiden denn zu denken: Wird schon. Wird nicht. Wetten?!

Laub harken
Man ist da sehr zwiegespalten. Einerseits weiß man, Laub ist wichtig für Igel, Vögel, Insekten und anderes Getier, damit sie gut über den Winter kommen. Andererseits sieht es nicht nur grottig aus, verrottentes Laug zersetzt auch den Rasen. Daher mache ich einen Kompromiß: In den Beeten lasse ich das Laub liegen – das fällt bei meinem Rindenmulch eh nicht so sehr auf. Auf dem Rasen und den Wegen wird zusammengeharkt und in einer nichteinsehbaren Ecke des Gartens zusammen mit Reisig zu einem Haufen gestapelt. Mein schon beschriebenes Igelhotel. Damit ist das Laub ausser Sichtweite und ich tue schon im Herbst was gegen die kommenden Generationen von Schnecken. Das nennt man Weitsicht.

Knollen ausgraben
Vor dem ersten Frost Knollen wie Dahlien, Gladiolen oder auch Schokoladenblumen ausgraben. Wenn man sie denn wiederfindet. Die Stengel bis auf etwa 10cm abschneiden und die Knollen vorsichtig ausgraben, abschütteln und dann am besten im Keller geschützt lagern. Sollte man das vergessen, dann kaaaaaann man Glück haben, wenn der Winter nicht zu hart ist, dass sie wiederkommen. Ich würde aber nicht drauf bauen, die Verlustrate ist da doch ziemlich immens.

Blumen sähen
Frühblüher wie Krokusse, Narzissen und Schneeglöckchen sollten bis Oktober in der Erde sein. Vergißt man das mal ein Jahr lang, dann kann es trotzdem sein, dass im nächsten Jahr das Beet blüht, weil sie sich manche Arten auch gerne selbst aussähen. Aber wer ein Frühlingsblumenmeer im eigenen Garten haben will, der sollte doch besser im Herbst schon vorsorgen.

Pumpen reinholen
Hat man Teich oder Bewässerungspumpen im Garten, sollte man diese möglichst frühzeitig sehr sorgfältig säubern, trocknen und an einen frostfreien Ort stellen, sonst kann es sein, dass man eine böse Überraschung erlebt, wenn der erste Nachtfrost kommt. Wirklich. Ich weiß, wovon ich rede.

Garten umgraben
Hat man ungenutzte Fläche im Garten oder will man ein Rasenstück nächstes Jahr in ein Beet umwandeln, dann ist jetzt der Zeitpunkt umzugraben. Und zwar vor dem ersten Frost, damit der die Erde auflockern kann.

Kübel reinholen
Alles was nicht winterhart ist, muss rein – Palmen zuerst, Oliven und Orleander vertragen auch schon mal leichte Minustemperaturen. Während die Palmen Licht zum überwintern brauchen, können Oliven und Orleander in den Keller – dort aber das Gießen nicht vergessen. In diesem Zusammenhang sei gesagt, dass ich meinen mediteranen Touch entgültig aufgegeben habe, bei mir kommt nur noch Winterhartes in den Garten – Gräser sind auch was Schönes:-)

Gartengeräte einlagern
Das bedeutet saubermachen, trockenen und am besten verpackt an einem trockenen Ort aufbewahren. Ist eine halbe Stunde Arbeit, die im nächsten Jahr eine Menge Geld spart. Auch hier weiß ich, wovon ich rede.

Hat Frau Stevenson da nicht noch was vergessen? Hm? Na? Das Pflanzenbeschneiden vielleicht, Sabine? Also, die reine Lehre sagt ja, man solle im Herbst alles Unbelaubte schneiden. Ich tue es nicht mehr. Ich entferne nur noch totes Geäst von Bäumen, Sträuchern und Pflanzen, aber das eigentliche Beschneiden mache ich nach dem letzten Frost im Frühling. Seitdem ich so verfahre, geht mir entschieden weniger ein – da mag daran liegen, dass ich nicht diejenige bin, die religiös häufelt und in Jute verpackt. Und mit Sicherheit findet man auch nichts Edles oder Veredeltes bei mir im Garten. Und ja, so eine sehr braune, sehr große Schneeball-Hortensie sieht schon sehr morbid aus im Winter – aber so wie sie seit Jahren wächst, will sie mir glaube ich sagen, dass es ihr damit sehr gut geht. Aber wie gesagt, wissenschaftliche Erkenntnisse habe ich dazu nicht, dass ist nur die Erfahrung die ich in meinem Garten gemacht habe.

Und ausserdem ist im Frühling dann auch viel mehr Zeit.

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2 Responses to Plötzlich Herbst – was im Garten getan werden sollte

  1. Frau-Irgendwas-ist-immer sagt:

    Hier wird die Zeit der Apfelernte genutzt (Leiter steht und Mann ist ja schon im Baum) damit gleich ein großer Teil der Äste die sowieso raus sollen auch raus kommen. Im unbelaubten Zustand gibt es meist noch einen Nachschnitt, aber einen Hut kann Mann/Frau trotzdem nicht durch die Krone werfen, die Apfelbäume sind hier auch immer Schattenspender und nicht ’nur‘ Apfelbäume.
    Mit dem Laub gibt es hier ein Problem, durch die Waldrandlage ist es sehr viel Laub, so daß ich es teilweise wieder von den Beeten runterkehre, vor allem vom Steingarten. Da schimmelt sonst gerne was weg – zu nass/ zu viel Laub.
    Der Kompost sieht dementsprechend zum Winteranfang recht voluminös aus ….
    Dalien kommen in den Keller, Opa seine gleich dazu. Waren/sind ja auch die aus seinem Garten (den Garten der Großeltern) und ein paar pflegt er im Altenheim vor seinem Balkon noch immer. (Er wird im Dezember 92 Jahre alt!) Dieses Jahr soll eine Hochstammfuchsie und eine gelbe Hochstammmagarite mit in den Keller, ich hoffe das klappt.

  2. Cat sagt:

    Hi,
    Mit dem Ausgraben kann man noch etwas warten, zumindest bei den Dahlien. Diese werden eine Woche nach dem ersten Frost ausgegraben. Dann sind die Knollen gut ausgereift und lassen sich besser lagern. Am besten lagert man in eine Kiste mit Holzspännen (Kaninchen Einsteu) .

    Gruß Cat

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