Und wer macht jetzt den Abwasch?

Früher, als ich noch klein war, lehnte sich meine Mutter nach einer ausgiebigen Mahlzeit zurück und rief: „Minna!“ Nicht, dass sie damit gerechnet hätte, dass daraufhin eine eifrige Hausgehilfin aus der Küche gewuselt kommt und sich um den Abwasch kümmert. Wir hatten kein Personal. Aber irgendwann zog dann eine Spülmaschine in die Küche ein und weil die, nach anfänglicher Skepsis, doch als sehr hilfreich anerkannt wurde, erhielt sie den Rufnamen „Minna“.

Das hat sich hier quasi als Gattungsberiff für Spülmaschinen durchgesetzt, wie Tempo oder Tesa. Alle Spülmaschine wurden zur Minna und unsere jetzige ist bald zehn Jahre alt und sehr krank, äh, kaputt. Vermutlich irgendwas an der „Wasserweiche“. Ein Begriff, der mir ebenso neu war wie die Tatsache, dass wir einen „Wasserkasten“ im Auto haben (und das ist nicht die Kiste Spreequell im Kofferraum). Wie dem auch sei, nach eingehender Recherche hat mein Mann vom ursprünglichen Plan der DIY-Reparatur Abstand genommen. Angesichts des Gerätealters zweifeln wir auch am Sinn, zumindest am wirtschaftlichen, einer Reparatur durch den Fachmann. Vermutlich läuft es darauf hinaus, dass wir uns auf die Suche nach einer neuen Maschine machen, die unserem persönlichen Mittel aus Preis und Effizienz entspricht. Sind ja seit der IFA ein paar nette Geräte auf dem Markt.

Oder wir lernen das Kind an. Seit dem Foto sind ein paar Jahre vergangen und  Abwaschen kann man doch auch als Kulturtechnik bezeichnen, die gelernt werden sollte, oder? Wir haben ja schließlich einen Bildungsauftrag. Aber ob sie jemals kommt, wenn wir „Minna!“ rufen, bleibt fraglich.

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4 Responses to Und wer macht jetzt den Abwasch?

  1. Dirk Moebius sagt:

    ich hab in der Tat vor enigen Jahren beschlossen, dass ein Geschirrspueler uebertrieben ist fuer ein ode anderthalb Personen (damals war das Kind nur ab und zu bei mir) und dass ich Geld und Platz anderweitig verbraten koennte.
    Das hat den Vorteil, dass das Kind tatsaechlich so halbwegs gelernt hat, abzuwaschen (man weiss ja auch nie, wo er spaeter mal landet und er soll sich ja im Studentenwohnheim oder in seiner ersten WG nicht sofort blamieren, oder?) – es hat den Nachteil, dass ebendieses Kind immer wieder mal rumnoelt, dass ALLE ANDEREN einen Geschirrspueler haben, nur er muss unter der Knechtschaft seines Vaters leiden…

  2. Simone Jugel sagt:

    Was es alles gibt, danke!

  3. Simone Jugel sagt:

    Das ist in der Tat eine gute Lösung. Ich möchte meine Minna aber grundsätzlich nicht missen. Aber wir sind auch zu Dritt und kochen gerne. 🙂

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