Sonntag in Berlin

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Es war vor zwei Wochen, Sonntag in Berlin und die Familie will einen Ausflug machen.

Nichts wirklich ambitioniertes, nur zum Tempelhofer Flugfeld, Kind mit Skateboard bewaffnet, wir wollen uns einfach den Wind um die Nase wehen lassen. Eigentlich pillepalle, wir wohnen quasi am S-Bahn-Ring, und müssten nach etwa 15 Minuten da sein. Aber die Bahn hat andere Pläne. Am Treptower Park heißt es, wir können nicht direkt auf den Ring, sondern müssen erst nach Süden fahren und dann wieder hoch. Auch noch kein Thema, wir steigen in den Zug Richtung Baumschulenweg, im Zug kommt noch die Durchsage, wer Richtung Westkreuz wolle, solle dort einfach in den Zug umsteigen, der auf der anderen Seite des Bahnsteigs bereitsteht. Machen wir glatt. Nur hat ein Bahnangestellter auf dem Bahnsteig etwas dagegen. In den bereitstehenden Zug solle bitte niemand einsteigen, dieser Zug würde heute nirgendwohin fahren. Alle bitte ans andere Gleis, irgendwann würde da ein Zug in unsere Richtung fahren. Also runter, rauf, warten. Die Anzeigetafel hilft nicht weiter, da stehen nur Züge in andere Richtungen. Aber eigentlich ist fast egal, was da steht, denn Züge kommen überhaupt nicht. Die angezeigten Warteminuten hüpfen vor und zurück, nix passiert, nur aus der angezeigten Signalstörung wird irgendwann ein Zugschaden, das ist alles.

Wir suchen derweil nach einer Busverbindung. Da gibt es eine in die richtige Richtung, der Bus ist nur leider gerade weg, der nächste soll erst in gut 15 Minuten kommen. Wir gehen trotzdem zur Haltestelle. Nach und nach folgen uns so ziemlich alle Wartenden. Als der Bus endlich ankommt, stehen da genug Leute für drei Busse. Und drängeln wie die Irren. Man sah dem Busfahrer das Entsetzen förmlich an, der war bestimmt auch nicht informiert. Wir beschließen spontan, dass uns das Flugfeld nicht wegläuft und machen uns mit einer anderen Buslinie auf in Richtung des heimatlichen Parks, da kann man auch skaten.

Auf dem Weg zum Bus meint dann das Kind, ob wir dann am selben Abend noch schwimmen gehen könnten, sie wolle noch für den nächsten Wettkampf üben. Wir gehen dann gar nicht mehr skaten, sondern nach Hause, sammeln in Rekordzeit Badesachen, schauen sogar noch nach, was eine Familienkarte für das nächste Hallenbad kostet, weil wir nicht unnötig Bargeld mitnehmen wollen. 11,50 Euro sagt die Webseite, in Erinnerung hatte ich 10 Euro, aber gut. Weil wir für einen Tag genug haben vom ÖPNV, nehmen wir das Auto.

An der Kasse möchte dann die Dame mit der Betonfrisur und ebensolchen Gesichtszügen 17,50 Euro von uns. „Wir sind ein freizeitorientiertes Bad.“ Ach so, Freizeit ist teurer, klar. Dafür gibt es nur noch Tageskarten. Mir reichen ja zwei Stunden in dem Lärm eigentlich völlig, aber jetzt geben wir nicht auf. Also Geld holen, Karte kaufen, rein ins Vergnügen. Drinnen ist Spaßbaden. Kein Bahnenbetrieb. Ich sehe schwarz für die Trainingseinheit der Tochter. Netterweise ist dann doch eine Bahn gespannt, auf der sich natürlich dann alle die tummelten, die noch ein paar Meter geradeaus schwimmen wollten. Mein Kind kennt da nichts und setzt sich durch, sie ist sowieso schneller (*angeb*). Die pikierten Blicke prallen ausnahmsweise mal an mir ab. Hab ich bei der S-Bahn gelernt.

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