Popcorn oder: Wie man kleinen Mädchen (fast) den Abend verdirbt

Es fing ja harmlos an. Das Tochterkind hatte Übernachtungsbesuch und das Kicherfest sollte mit einem Film im Heimkino und Popcorn gekrönt werden. Anders als Frau Stevenson hab ich zwar keine Popcornmaschine, aber erinnerte mich dunkel an Studentenzeiten, und so schwer war das damals doch nicht.

Ganz hab ich der Erinnerung dann doch nicht getraut und mir ein im Netz hochgelobtes Rezept zu Hilfe genommen. Aber statt lecker karamellisiertem Popcorn „wie im Kino“ gab es hauptsächlich verkohltes Zeug am Topfboden. Lag es am Glastopf? Dabei war der eigentlich super, weil man die poppenden Körner live beobachten konnte. Aber vielleicht war er nicht schwer genug, oder der Boden zu uneben.

Im Wohnzimmer waren die Mädchen gottseidank noch hinreichend gefesselt von Harry Potter, und die Rufe nach Popcorn kamen noch recht zaghaft. Nach kurzer Ratlosigkeit in der Küche entschieden wir uns für den „modernen Weg“: Popcorn aus der Microwelle. Garantiert ohne Fett und Anbrennen. Alles klar. Es fing zwar erst kurz vor Ende der eingestellten Zeit an zu Poppen, dann aber heftig. So heftig, dass es die Glasschüssel zerschlug.

Dabei hatte ich mit Abschicht schon keine Plastikschüssel genommen, weil in den Kommentaren zum Rezept vor dem Verschmoren derselben gewarnt worden war. Woran lag es diesmal? Funktioniert dieses Rezept nur in besonders Popcorn-gehärtetem Spezialglas?

Das Wohnzimmer wurde langsam ranzig, mir gingen die Alternativen aus. Kurz spielte ich mit der Idee, zum Kino zu radeln und dort Popcorn zu kaufen. Aber die exorbitanten Preise hielten mich davon ab – und die Erinnerung, dass ich vor geraumer Weile mal ein Paket fertig abgepacktes Microwellen-Popcorn eingelagert hatte. Die Rettung! Denn das funktionierte immerhin, wie auf der Schachtel versprochen. Nur war es leider salzig, was 50 Prozent des Publikums nicht wirklich schätzten – weggemümmelt wurde es trotzdem.

Wir werden demnächst dann auch eine neue Kategorie für unsere kleine Katastrophen einrichten.

 

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3 Responses to Popcorn oder: Wie man kleinen Mädchen (fast) den Abend verdirbt

  1. Jessica sagt:

    Ich hab bisher auch nur das Mikrowellen-Popcorn in den Tüten ausprobiert und ich glaube, ich bleib auch vorerst dabei ;).

    Liebe Grüße,
    Jessica

    • Simone Jugel sagt:

      Weise Entscheidung. Ich werde auf jeden Falle immer welches in der Hinterhand haben, wenn ich Popcorn verspreche 🙂 Wobei, es muss doch gehen. Irgendein brauchbares Rezept ohne Maschinchen musse es doch geben…

      Liebe Grüße,
      Simone

  2. Suz sagt:

    Wir decken uns „drüben“ immer mit Orville Redenbacher’s ein, das finden wir lecker, und da wir davon auch eher sparsam konsumieren, reicht eine Packung bis zum nächsten USA-Aufenthalt – sei es der eigene oder der von Bekannten 😉

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