Sieben Wochen ohne…. Auto?

Wenn man, wie Frau Stevenson oder ich, auf dem platten Land aufwächst, kann man sich ein Leben ohne Auto kaum vorstellen. Der Führerschein gehört zur Volljährigkeit wie das Wahlrecht, und ab da ist man, ob in Mutters altem Polo oder in der ersten eigenen Klapperkiste, nur noch unterwegs.

In der großen Stadt ist das eigentlich nicht mehr nötig, aber man ist ja schon bequem und alte Gewohnheiten abzulegen, ist immer schwer. Also bleibt man beim Auto, und nicht nur für Großeinkäufe und Urlaubsfahrten, sondern auf für Strecken, die sich gut anders bewältigen ließen, vielleicht sogar schneller, sicher jedoch billiger.

Jetzt ist unser Auto mittlerweile nicht mehr das jüngste und so langsam in dem Alter angelangt, in dem es die Wehwehchen plagen. Bei Kälte jammert ein Alarm beim Abbiegen, irgendeine Sonde meldet auch Kummer und der Auspuff klingt nicht gut. Mal abgesehen davon, dass man als Draußenparker in Berlin hart im nehmen sein muss. Beulen und Lackschäden (Täter wurde erwischt) und ein abgetretener rechter Seitenspiegel (der leider nicht erwischt) künden von den rauen Sitten auf der Straße. Eigentlich ist also eine größere Runde in der Werkstatt fällig. Stattdessen steht er draußen rum, der Wagen, direkt vorm Fenster. Seit Aschermittwoch.

Ursprünglich wollte mein Mann nur ein paar Tage mit der Bahn fahren, bis zum Werkstatttermin, weil das Auto mit dem ständigen Alarmgepiepe und dem lauten Auspuff zu nervig war. Da erzählte ich ihm, dass Sabine und ich uns zur Fastenzeit mit den „Sieben Wochen ohne…“ befasst hätten, dass es da doch diese Aktion „Autofasten“ gäbe und er somit voll im Trend liege. Die Idee gefiel ihm und so sind wir komplett ohne Vorsatz zu Fastenden geworden. Familienmitglieder eins bis drei zücken morgens nur noch die Monatskarten und kommen bislang auch ohne Auto gut durch. Was auch damit zusammenhängt, dass bei der S-Bahn Berlin irgendwie keiner auf den Kalender geguckt hat und (fast) alle Bahnen trotz der Jahreszeit durchfahren. Solange der ÖPNV in Berlin funktioniert, besteht recht wenig Bedarf, die Klapperkiste wieder in Betrieb zu nehmen. Wenn wir bis Ostern durchhalten, rechne ich mal aus, wieviel Spritgeld wir gespart haben.

Wobei, nächste Woche müssen wir zu Stevensons.
Auf’s Land.
Das geht nicht gut.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein und getaggt als , , , . Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.

2 Responses to Sieben Wochen ohne…. Auto?

  1. Sandra sagt:

    Doch doch… auch zu den Stevensons kommt man mit Öffentlichen raus – nur nicht so bequem, da sollte es schönes Wetter sein, damit ihr zu Fuß den Rest gehen könnt (ist ja auch eine nette Gegend zum Spazierengehen :)!! Und ich meine, es fährt da sogar ein Bus an der Hauptstraße lang, das wäre natürlich noch bequemer, will aber geplant sein. Sabine ist da sicher der Profi! Aber ich stimme dir zu: Eigentlich geht es in der Stadt wirklich gut ohne Auto.

    • Simone Jugel sagt:

      Huhu,
      wie geht’s Dir?

      Ja, klar, ich bin da auch schon rausgegondelt mit der Bahn. Das geht sogar ziemlich gut, macht der Autor ja täglich. Aber nächstes Wochenende müssen wir unsere Betten mitbringen. Und diese Futons sind ziemlich schwer. Aber vielleicht ringeln wir uns auch auf der LuMA zusammen, die ist leichter zu transportieren. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *