Ein Arbeitszimmer für den Autor, Teil 7: „Die Machbarkeit des Schreibtisches“

 

Offenbar war einigen Leuten der vergangene Eintrag zu lang und zu technisch. Für sie habe ich gute Nachrichten: Heute wird’s kurz kürzer und einfach, denn wir reden über Bretter. Große, schwere Bretter, aus denen wir in einigen Wochen die Schreibtisch-Oberflächen zusammensetzen wollen.

Wenn ich kurz einen rant loslassen darf …

Ich bin Schreibtischplatten aus Pressspanplatte leid, beschichtet oder unbeschichtet. Ich bin Platten aus kleinen zusammengeklebten Holzstücken leid, egal wie schön glatt sie sind. Ich möchte einen Schreibtisch haben, der aus echtem Holz ist, massiv, mit einer Platte, die sich nicht durchbiegt, wenn man sich aufstützt. Ich will einen richtigen Schreibtisch.

Danke, jetzt fühle ich mich viel besser.

Der Plan — der später genauer besprochen wird — sieht daher vor, 20 cm breite, vier Zentimeter dicke Bretter mit Hilfe einer Flachdübelfräse zu Platten zusammenzufügen.

Es gibt sehr gute Gründe, diese Weg nicht zu gehen. Dicke Bretter sind nicht nur schwer vom Gewicht her, sondern auch schwer zu verarbeiten. Man muss zum Beispiel erst sicherstellen, dass die Sägen die Tiefe packen. Damit man sich als Normalsterblicher das Holz überhaupt leisten kann, muss man auf die Sorte zurückgreifen, die Astlöcher und Spalten und Unebenheiten hat und daher noch bearbeitet werden muss. Egal wie sorgfältig man arbeitet, es wird zwischen den Brettern Spalten geben, die gefüllt werden müssen. Wir reden hier von einem bewusst eher rustikalen Gebilde.

Deswegen probieren wir aus, ob das überhaupt funktioniert. Das Ganze nennt man heute proof-of-concept — früher, als Han Solo noch zuerst schoss, sprachen wir von „Machbarkeitsstudien“. Wir kaufen zuerst nur drei der dicken Bretter, die in Drei-Meter-Längen verkauft werden, und lassen uns davon Zwei-Meter-Stücke zuschneiden.

Jetzt brauchen wir zwei „Beine“. Herumgespiele mit fahrbaren Tischen auf der Arbeit (eine klasse Sache übrigens, aber für uns schlicht zu teuer) hat ergeben, dass 72 Zentimeter eine gute Höhe ist für die Arbeit am Computer. Da die Tischdicke vier Zentimeter betragen soll, brauchen wir 68 Zentimeter hohe Beine. So eine Stütze sieht so aus:

Die erste Stütze.

Die Auflagefläche hier ist etwas kleiner, denn das ist die Version für das Achteck. Der Kinderschreibtisch und der Große Tisch werden größere Stützen bekommen.

Und damit können wir schon alle möglichen Kombinationen ausprobieren und Fragen beantworten. Ist die Tischhöhe wirklich gut? Ist dann unter dem Tisch noch genug Platz für die Beine? Geht das auch noch im Achteck? Passt das mit der Tastatur? Wie breit kann der Große Tisch wirklich sein? Und so weiter.

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Ergebnis: Ja, es ist machbar. Durch die Simulation wissen wir jetzt auch, dass der Große Tisch tatsächlich einen ganzen Meter breit sein kann. Damit ist er fast zum Sehr Großen Tisch mutiert.

Das Holz legen wir jetzt erstmal wieder an die Seite. Bevor wir mit dem Fußboden anfangen können, müssen wir noch etwas Farbe an die Wand klatschen.

Fortsetzung hier

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