Recycling auf die feine Art

Am letzten Wochenende, dem ersten im Oktober, war dann endlich Sommer in Berlin. Da ich damit nun nicht mehr wirklich gerechnet hatte und mir bei dem Gedanken an soviel Sonnenlicht leicht unwohl wurde, hab ich mich nach drinnen verzogen. Allerdings in ein wirklich großes „Drinnen“, nämlich den Hangar 2 des alten Flughafens Tempelhof. Dort fand die  „CleanTechWorld“ statt, eine Messe zur Vorstellung von umweltfreundlichen Technologien. Einen Schwerpunkt bildeten verschiedene Konzepte der Mobilität, man konnte Elektro-Autos und -Fahrräder Probefahren, Tuktuks und Teslas bestaunen und sich zeigen lassen, was findige Ingenieure aus dem alten Satz „Aus alt mach neu“ noch alles rauskitzeln können.

 

 

Da gab es Wände aus Plastikflaschen und ein sehr geniales Planken-Deck aus gepressten Holzspänen. Der Stuhl wurde aus einem alten Weinfass hergestellt und das bohnenförmige Etwas auf den Planken nennt sich „Peanut“ und beherbergt in seinem Inneren eine Musikanlage…und bringt noch dazu gleich mal zwei erstaunlich bequeme Hocker mit. Nein, einen Ladenpreis gibt es dafür noch nicht. Auch nicht für die iPhone Schutzhüllen aus Schredderplatik und Reisstroh oder die beliebig kombinierbaren Flaschenhüllen bzw. Lampenhalterungen (ja, das Konzept habe ich auch nicht ganz verstanden, aber seht es Euch am besten selbst hier an). Insgesamt war der Entwickler sehr stolz darauf, dass seine recycleten Kunststoffteile jetzt „an die Qualität von Lego-Steinen“ herankommen. Und wer sich einmal im nächtlich dunklen Kinderzimmer einen Lego-Einer in die Sohle gerammt hat, weiss, wie ambitioniert dieses Ziel ist. Die faltbare Treppe aus Stoff war leider nur im Modell da.

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Richtig gut gefallen hat mir der Toneimer für Bio-Abfälle in der Küche. Die Idee dahinter ist, dass der Abfall durch die Löcher im Gefäß und die luftdurchlässige Folie nicht mehr suppig vor sich hin gammelt, sondern eintrocknet.

 

Eimer, Treppe und Stuhl sind übrigens dem Wettbewerb „adream“ entsprungen, ausgelobt vom Freistaat Thüringen und der französischen Region Picardie. Womit dann vielleicht auch die Herkunft der Weinfässer geklärt wäre. Insgesamt war es ziemlich spannend zu beobachten, was da so präsentiert wurde und damit bei freiem Eintritt eine einladende Zuflucht vor der übereifrigen Sonne.

 

 

 

 

 

 

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