Zu Besuch in der etwas anderen Trendküche

Besitzer: Maud und Ralf
Seit: 2010
Wo: Irgendwo in Berlin

Wenn man ein Blog wie dieses führt, dann bekommt man natürlich viel über die Trends mit – einige mag man gar nicht, andere findet man sehr schön. Und wieder andere findet man in den Wohnungen von Wohnvisionären wieder, wo man sie gar nicht vermutet.

Nehmen wir zum Beispiel die Farbe Grün. Die ist gerade dabei, das fröhliche Grau als Wandfarbe abzulösen und avanciert zu *der* Farbe, die der urbane Wohnjunkie jetzt irgendwo in der Wohnung haben muss. Schön und gut, aber was passiert, wenn man in die Küche einer Berliner Altbauwohnung kommt, dabei eher auf Holz und Gemütlichkeit geeicht ist und plötzlich komplett im Grünen steht? Man versucht seinen Unterkiefer vom Boden wieder aufzusammeln, ein halbwegs intelligentes Gesicht zu machen und murmelt einen unglaublich kennerischen Kommentar, der sich etwa wie „Wow!“ anhört.

So, und genau so ging es mir, als ich Mauds Küche betrat. Es war früher Nachmittag, die Sonne stand im Zimmer und das Zimmer leuchtete. Ja, ich weiß, wie sich das anhört, aber ich schwöre, es hat geleuchtet. Vor mir stand der große, dunkle Tisch, dahinter das gemütliche grüngoldene, alte Friesensofa und beide luden quasi zum Tee ein. Das sind sie anscheinend so gewohnt, denn schwupps stand eine Teekanne und gefüllte Teetassen (grüner Apfel-Tee – kein Scherz!) auf dem Tisch vor uns. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, hier schon mehr als einmal gewesen zu sein und diverse Nächte durchgeklönt zu haben, so heimisch fühlte es sich an.

Am Kopfende des Tisches steht mein ganz persönlichen Lieblingsstück dieser Küche: Eine Theke aus alten Holzkistenlatten! Modern in Metall eingefasst. So unglaublich toll. Darauf angesprochen meinte Maud nur sehr trocken, das sei Laminat aus dem Baumarkt. Wieder einer Illusion beraubt, aber immerhin weiß ich jetzt, dass ich sowas auch haben kann, wenn ich will, ohne gleich ein Schiff zu kapern. Darüber hängt ein Ablagegitter, das den Raum auch optisch noch mal teilt und Platz für Dinge bietet, die man nicht braucht, aber die trotzdem schön sind.

Die Küchenzeile selbst ist aus gebürstetem Metall und sehr schlichten, weißen Schrankelementen, die Wand ist mit zu meinem Schiffsholzlook passendem Laminat verkleidet. Neben den weißen Milchglas-Hängeschränke gibt es noch Holzregale mit Bastkörben, in denen viel Platz ist für alles ist, was sonst offen stören würde.

Außerdem hängen an der Wand Kochuntensilien und Töpfe. Das ist, zugegeben, wuselig, aber ich mag es, wenn man sieht, dass in einer Küche auch gekocht und gelebt wird und nicht nur der typische Basilikumtopf steht.

Um die Küche herum befindet sich übrigens eine Bordüre mit goldenen Blumen – nicht wirklich zufällig, ist die Bordüren-Queen Constanze doch ein häufig und gern gesehener Gast in dieser Küche. Das Gold gibt mit den Grüntönen einen unglaublich edlen, aber doch warmen Kontrast. Das Blumenmotiv zieht sich übrigens durch die ganze Küche, nicht nur gemalt, überall stehen und hängen welche in Natura.

Lange Rede, kurzer Sinn, bisher war ich immer der Auffassung, eine Trendfarbe findet man hauptsächlich in unglaublich gestylten und modernen Küchen. Mauds Küche ist der Beweis, dass dem nicht so sein muss.

Übrigens – die Katze liegt da wirklich gerne dekorativ rum. Sie wurde weder reinretuschiert noch bestochen.

Wie würdest Du den Stil Deiner Küche beschreiben?
Die gute alte Wohnküche…so wie meine Großeltern sie hatten.

Seit wann hast Du sie?
Diesen Teil der Wohnung haben wir seit April 2010, sofort wurde der Umbau gestartet, da dieser Raum ursprünglich ein Schlafzimmer war und seit Mai 2010 leben wir so.


Selbst designt, designen lassen oder eine Mischung aus beidem?

Die Ideen wurden gemeinsam mit meinem Mann Ralf und lieben Freunden entwickelt. Wichtig dabei war die Mischung von Edelstahl und Holz, Altem und Neuen, viel Licht, ausreichend Steckdosen ( Dank meines „Elektrogatten“ auch gut durchdacht und umgesetzt) und natürlich Farben.

Was gefällt Dir an Deiner Küche am besten?
Die Sonne, die fast den ganzen Tag hineinscheint, das bunte Treiben, das dort stattfindet. Sie ist der Mittelpunkt der Wohnung, besonders unser Friesensofa gefällt mir.

Was Dir generell in einer Küche am wichtigsten?

Viel Stauraum und frische Blumen.

Wenn Du könntest, wie Du wolltest, was würdest Du Dir für Deine Küche noch anschaffen?
Im Moment ?? Nix.

Wie sieht für Dich das perfekte selbstgekochte Essen aus?
Ich mag asiatische Küche, aber es darf auch Hausmannkost geben. Schön ist, wenn Freunde und Familie dabei sind.

Was hast Du gestern gekocht?
Es gab es Lamm-Tajine in kleinen Cocottes geschmort.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Zu Besuch. Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.

2 Responses to Zu Besuch in der etwas anderen Trendküche

  1. BaB sagt:

    Ich find es schön, auch wenn es überhaupt nicht meins wär. Aber es ist erfrischend anders. Ich hab ja auch nur so ein aufgeräumtes Designerstück, schön bunt in asphaltgrau, mausgrau, steingrau.
    Aber es scheint besser organisiert zu sein, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

  2. tanteepa sagt:

    Ich finde die Küche und besonders den Essbereich ur-gemütlich. Nur das Regal zwischen den Körben und dem Herd ist mir zu chaotisch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *