Eine kurze Bemerkung zu Küchengerätschaften als Geschenke

Wenn ich die anderen Ehepartner kurz zu mir bitten dürfte —

Bei den ganzen Geräten und Utensilien und Einrichtungsgegenständen hier mag dem einen oder anderen der Gedanke aufkommen, dass ein Geschenk für die Liebste oder den Liebsten dabei sein könnte. Allerdings gibt es die Faustregel, dem Partner — und in unserer Gesellschaft insbesondere der Partnerin — niemals, niemals, niemals etwas für den Haushalt zu schenken.

Diese Regel ist auch wichtig, damit man weiß, dass man sich gut, nein, sehr gut überlegen sollte, ob man sie bricht. Aber, lieber Neo, man kann diese Regeln brechen. Ich zum Beispiel habe mit großem Erfolg und entgegen aller düsteren Warnungen besorgter Arbeitskollegen meiner Frau eine Fritteuse geschenkt. Richtig, eine Fritteuse. Und ich bin immer noch verheiratet (ja, auch mit derselben Frau). Man muss nur sehr genau wissen, was man tut.

Zuerst muss man herausfinden, wie die Liebste (um bei dem Beispiel zu bleiben) zu solchen Geräten steht. Ermutigend ist ein solcher Satz:

Ich liebe kochen. Morgen gibt’s handgemachte Mini-Frühlingsrollen, auch wenn ich den ganzen Tag in der Küche stehen muss.

Wenn noch dazu die Hälfte des Hauses mit Kochbüchern vollgestellt ist und man ständig neue Kreationen probieren muss, ist das noch besser. Absolut fantastisch ist es natürlich, wenn sie ständig über dieses Blog hier redet.

Solche Sätze sollten einen dagegen in den Schmuckladen leiten:

Ich hasse kochen. Warum sollte man nicht zwei Mal hintereinander zu McDonald’s gehen? Heute gibt’s wieder den 1955er!

Sprich, ein Küchengerät sollte ein Geschenk für das Hobby sein, nicht für den Haushalt. Großer Unterschied.

Der zweite Schritt ist die Überlegung, welches Geschenk es sein darf. Was wollte der Partner immer schon habe, aber was war ihm zu teuer, was war zu aufwändig in der Bestellung? Was hat also einen emotionalen oder materiellen Eigenwert? In meinem Fall war der zweite große Erfolg ein japanisches Küchenmesser — unglaublich scharf, ungemein formschön, und (wenn ich das selbst sagen darf) unfassbar teuer. Allerdings nimmt sie es auch jeden Tag in die Hand. Eine gewisse Mitbetreiberin dieses Blogs hat eine Kaffeemaschine geschenkt bekommen — aber nicht irgendeine Kaffeemaschine, sondern ein Modell, das alles bietet außer einem Internet-Anschluss (glaube ich zumindest) und das beim Hochfahren das Licht im ganzen Straßenblock flackern lässt.

Der dritte Punkt ist schließlich, es nicht zu übertreiben. Solche Geräte sind gelegentlich eine gute Idee, sollten aber doch besser an den Anlässen davor und dahinter mit klassischen Geschenken umrahmt werden: Büchern, Schmuck, kleinere Karibikinseln, was man halt sonst immer verschenkt. Ich habe meiner Frau in inzwischen etwas mehr als zwölf Jahren Ehe genau zwei Mal Küchengerätschaften überreicht (gut, eine Bratpfanne war auch noch dabei, aber es gab einen wochenlangen Vorlauf dazu und sie diente eigentlich nur als Behälter für eine Halskette). Selbst wenn man die Regeln bricht, sollte man seinen Respekt vor ihnen nicht verlieren.

Weswegen der letzte Satz ganz wichtig ist: Ich übernehme keine Haftung, wenn es schief geht. Viel Glück!

– d.A.

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4 Responses to Eine kurze Bemerkung zu Küchengerätschaften als Geschenke

  1. tanteepa sagt:

    Mein Mann hält sich auch konsequent an diese Faustregel und schenkt mir nichts für den Haushalt „Macht man nicht “ und „Ist ja so unromantisch“. Nee, klar USB-Sticks, auch wenn sie schnell sind oder externe DVD-Brenner, auch wenn sie aus Alu sind, sind ja vieeeel romantischer.

  2. Sabine Stevenson sagt:

    Jaaaaaaa, das kenne ich auch.

    Ich habe gute Erfolge mit der Methode erzielt, dem Autor was unglaublich Romantisches zu schenken, sowas wie einen Schlüsselanhänger, der ein geteiltes Herz darstellt, anstatt das gewünschte coole Computerspiel.

    Es hat gewirkt!

    • Der Koch sagt sagt:

      Ja, das gefällt mir, Dachböden sind für so etwas auch gut geeignet. Das erinnert mich an einen Bekannten, der sich vor Jahren im Rheinland ein Haus kaufte. Aller Küchenkrempel wurde eingepackt, die Umzugskartons wanderten auf den Dachboden. Und nach sechs Jahren erklärte er seiner Frau, dass das dann ja wohl entsorgt werden könne, man hat es sechs Jahre nicht gebraucht, da bräuchte man auch gar nicht mehr reinzuschauen.
      Aber die Ehe hat es überlebt, das er sich durchsetzte.
      Als ich mit der besten Blondine noch im Problemviertel wohnte, reichte meist die Frage: WOHIN?

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