Durchsichtig.

Nein, ich putze nicht gerne Fenster. Ich habe ziemlich viele davon, groß sind sie auch und den oberen Teil muss man herunter klappen und auf der Leiter abstützen, damit man die Außenseite putzen kann. Nachdem mir vor Jahren beim ersten Versuch dieses Manövers der Angstschweiss oben auf der obersten Stufe der Trittleiter ausgebrochen ist, habe ich diesen Teil seither immer meinem Mann überlassen. Das erleichtert die Sache zwar, aber vom Tisch ist das Problem damit nicht. Denn anders als beim Staubsaugen oder Bücher sortieren  kann man beim Fenster putzen richtig Fehler machen. Und die sieht man hinterher. Diese dummen Streifen können einem sonnige Tage so verderben, dass man sich fast Regen wünscht. Dann fallen sie nicht so auf. So ging es mir beim letzten Versuch. Stundenlang habe ich rumgewienert, es sah alles gut aus. Dann kam die Sonne raus: so viele Streifen, das man fast meinte, es sei neblig. Das sollte mir nicht noch mal passieren. Diesmal bin ich vorbereitet.

 

Die große, allwissende Müllhalde namens Google hat mir dann mehr übers Fenster putzen erzählt, als ich jemals wissen wollte. Mit heißem Wasser sollte geputzt werden; nein, mit kaltem. Mit Essig, mit Spiritus, bloß nicht mit gekauften Glasreinigern, denn die enthalten alle Duftstoffe und das ist gar nicht gut. Sehr dreckige Fenster, so wird empfohlen, soll man mit einer Zwiebel abreiben, und immer, wenn die Schnittfläche dreckig ist, soll man eine Scheibe abschneiden. Die kennen meine Fenster nicht. So viele Zwiebeln… . Weiter geht’s mit Tipps zum Polieren. Das hatte ich gar nicht vor. Aber wenn, dann bitte nur, mit Microfasertuch/ausrangierter Windel/“echtem“ Fensterleder/Zeitungspapier/Nylonstrumpf. Zum Mäuse melken. Was mache ich jetzt? Den eigenen Kopf einschalten? Revolutionärer Gedanke! Ein Blick auf meine Fenster sagt: Vorwäsche muss sein. Mit handwarmem Wasser, weil alles anderen unangenehm ist. Bischen Spülmittel und ein Schwamm, alles taugt auch für den Rahmen. Danach ein gekaufter (Teufelszeug!) Glasreiniger, immerhin auf Spiritus-Basis. Und ein guter Abzieher, der zwischen den Zügen mit einem Lappen gereinigt wird. Letzterer nimmt auch die herabtropfende Brühe auf. Und siehe da: der Blick auf die Welt da draußen hat wieder HD-Qualität.

Weil ich einfach nicht anders kann, musste ich dann noch herausfinden, was beim letzten Mal schief gelaufen ist. Nach vorläufiger Analyse war vermutlich zuviel Spülmittel im Vorwaschwasser schuld. Und nicht der fehlende Nylonstrumpf.

 

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7 Responses to Durchsichtig.

  1. steffi sagt:

    oh ja, das steht hier auch noch an 😉 beim letzten mal hat es 2 tage später vom wind gepeitscht direkt wieder dagegen geregnet, jez warte ich auf nen guten wetterbericht 😉

    aber wahnsinn, was da bei google rauskommt, wollte ich auch schon ma testen, aber dann hat mir meine mama zu microfasertuch geraten und seitdem brauch ich dieses abziehding net mehr (nie klargekommen damit, immer reststreifen), denn es klappt wirklich grandios. sehr zu empfehlen, aber erst mal is ja jez alles sauber bei dir 😉
    ein schönes wochenende noch!

    ps: nebenbei mal eben großes lob für euren blog hier, bin dauernd voller vorfreude auf noch mehr tolle und vor allem abwechslungsreiche posts! weiter so!

    • Simone Jugel sagt:

      Also was die Microfaser angeht, da hatte ich hier (jetzt nicht auf die Fenster bezogen) schon echte Aha-Erlebnisse. Eins, das leider verschwunden ist, aber mit dem konnte man wirklich übelsten Fettschmutz (also den oben auf der Abzugshaube) mit nur ein bischen Wasser beseitigen. Aber was ich zuletzt so unter dem Namen Microfaser erstanden habe, war eigentlich das Geld nicht wert. Welche nimmst du?

      Vielen Dank für das Lob für’s Blog, das hört man natürlich immer gern!

  2. steffi sagt:

    hab auch schon schlechte erfahrungen gemacht, aber zum fensterputzen letzte jahr hatte ich eins, das hatte meine mama mal „übrig“ und hat schon meine ganze studentenzeit überlebt, also die letzten 5 jahre. das ist folgendes (darf ich hier links einfügen?):

    http://www.aqua-tuch.de/modules.php?name=simpleshop&file=detail&cid=159

    inzwischen besitze ich noch diese hier zum geschirr abtrocknen und als putztuch in der küche, die sind auch wahnsinn (gläser abtrocknen, die reinste freude ;):

    http://www.dasblauewunder.de/wunderextra2.html

    letzte gibts auch manchmal im fernsehverkaufskanal günstiger…

  3. DeTomaso sagt:

    Hallo Simone,
    bei uns mach ich meistens die Fenster und ich wende (das hat mir schon meine Mutter verraten) die Zeitung an. Wenn mit dem Abzieher noch Tropfen oder Streifen bleiben, dann nochmal mit trockener Zeitung nachpolieren. Super! Allerdings funktioniert es nich mit jeder Journalie gleich gut. Mein absoluter Favorit zum Fensterputzen ist Die Zeit, gar nicht geht die MOZ (Märkische Oderzeitung). Es scheint große Unterschiede in der Papierqualität zu geben.

  4. Sandra sagt:

    Ich benutze zum Fenster-, Spiegel- und Glastischputzen immer zwei Microfasertuecher von Jemako, die sind zwar schweineteuer (ca. 30 € zusammen), aber es ging noch nie so einfach! Mit dem einen Tuch wird zwei mal nass gewischt, danach mit dem Trockentuch kurz drueberwischen und man hat innerhalb kuerzester Zeit streifenfreie, saubere Scheiben!

  5. Seraquael sagt:

    Ich bin ja, ich gebe es zu, zumindest was Hausarbeit angeht, ein wirklich fauler Mensch, außerdem bin ich noch furchtbar geizig, und mit diesen, eigentlich unerfreulichen Eigenschaften, irgendwann einmal über Amway gestolpert. Ähnlich wie ANC oder Tupperware verkaufen die ausschließlich über Vertreter die aber auch gleich die Anwendung erklären, was tw. wirklich nötig ist.

    Das L.O.C. Glasreinigerkonzentrat wird in 500ml Flaschen gelliefert und kostetete das letzte mal (vor 1 1/2 Jahren oder so) 9,-€, hört sich erst einmal sehr viel an, aber bedenken sie meinen Geiz. Das ist wirklich Konzentrat. Amway hat Doppelflaschen in eine kommt Wasser in die andere das schon um 1 zu 4 verdünnte Konzentrat. Dann kann man an der Flasche selber noch einmal Verdünnungen zwischen 1 zu 1 und 1 zu 10 einstellen. Mit der 1 zu 10 Einstellung besprüht man die Fenster jetzt äußerst sparsam, läßt das ganze etwa 30 Sekunden einwirken und wischt mit dem Amway-Reinigungstuch trocken, fertig, absolut streifen- und tropfenfrei. Es gab nur eine Gelegenheit zu der ich die Konzentration von 1 zu 10 auf 1 zu 7 hochstellen musste und zwar um aufgesprühten Dekoschnee für Fensterbilder loszuwerden selbst Tesafilm bekommt man in der 10er Enstellungen spurlos weg.

    Ich putze meine vier großen Doppelfenster und die zwei kleinen Bad bzw. Küchenfenster alle zwei bis drei Wochen und komme über zwei Jahre mit einer Flasche Konzentrat für 9€ aus, die Tücher die man auch noch in Verbindung mit anderen Amway-Reinigungsmitteln benutzen kann kosten 17 € im Doppelpack müssen bei mir aber auch nur zu jeder zweiten Reinigungsmittelbestellung ausgetauscht werden. Da ich praktisch nur noch Amway benutze bin ich mit allen Putz-,Spül- und Waschmitteln auf einen Betrag von deutlich unter 5€ im Monat runter.

    Gruß Sera

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